Reutlinger General Anzeiger

 

28.10.2014

 

Unfall auf Ofterdinger Baustelle fordert Todesopfer

 

OFTERDINGEN. Ein 55 Jahre alter Bauarbeiter ist am Dienstag beim Einsturz einer Baugrube im Ofterdinger Wohnbaugebiet Banweg von Aushub begraben und teilweise verschüttet worden.

 

Der Mann hatte an Tiefbauarbeiten vor einem Einfamilienhaus mitgewirkt. Er stand in einer etwa zwei Meter tiefen Grube, als sich plötzlich seitliche Erdmassen lösten. Das einströmende Material engte den Arbeiter so ein, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.

Zwei Arbeitskollegen entdeckten den Verunglückten und verständigten den Notarzt. Jede Hilfe kam jedoch zu spät. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Unter anderem ist ein Gutachter beauftragt zu prüfen, ob die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten wurden und die Grube fachgerecht ausgehoben war. (pd)

 

TAGBLATT  Eike-Freese

 

Bauunternehmer muss zahlen

 

90 Tagessätze, rund 6000 Euro Geldstrafe, kein Eintrag ins Führungszeugnis: Dieser Strafbefehl erging im Frühjahr dieses Jahres an einen Rottenburger Bauunternehmer. Auf einer seiner Baustellen in einem Ofterdinger Baugebiet war im Herbst 2014 ein Arbeiter ver-schüttet worden – in der Baugrube an einem Wohnhaus am Banweg Der Mann starb, weil die Grube nicht genügend gesichert war – arbeitsrechtlich eine eindeutige Aufgabe des Arbeitgebers.
Das spezielle Strafmaß in diesem Fall fahrlässiger Tötung begründet die Staatsanwaltschaft in Tübingen mit Verweis auf die Umstände des Falls: Der Bauunternehmer sei nicht vorbestraft gewesen, er habe tiefe Betroffenheit und Reue gezeigt, er habe erfahrenen Mitarbeitern vertraut und die Baugrube sei nur relativ kurz ungesichert gewesen. „Es war ein tragischer Spezialfall“, sagt Staatsanwältin Tatjana Grgic. Der Mann habe das Urteil sofort akzeptiert. Öffentlich wurde es erst jetzt durch TAGBLATT-Nachfrage.