Fachinformationen zum Thema Sicht an Baumaschinen von Rudi Clemens Stand 3/2017

 

Die Richtlinie 2006/42/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/16/EG (Neufassung) (kurz: Maschinenrichtlinie) regelt ein einheitliches Schutzniveau zur Unfallverhütung für Maschinen und unvollständige Maschinen beim Inverkehrbringen innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie der Schweiz und der Türkei.

 

Seit dem 29. Dezember 2009 ist die neue Maschinenrichtlinie verbindlich anzuwenden.

Baumaschinen müssen der europäischen Maschinenrichtlinie entsprechen.
Die Maschinenrichtlinie entfaltet wie alle Richtlinien, die auf Grundlage des EG-Vertrags erlassen werden, keine unmittelbare Wirkung. Sie muss in nationales Recht transformiert werden. In Deutschland ist dies durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und die darauf gestützte Maschinenverordnung (9. ProdSV) erfolgt Jedoch wird in der Maschinenverordnung Bezug auf Anhang I der Maschinenrichtlinie genommen, insoweit besteht eine quasi unmittelbare Wirkung der grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie.

Dies sind gesetzliche Regelungen die vom Hersteller beachtet werden müssen

Beispiel Sicht:

Baumaschinen, die in der EU in Verkehr gebracht werden, müssen der relevanten EU-Gesetzgebung entsprechen und allen gültigen Sicherheits- und Umweltanforderungen genügen. Maschinen, die diese Bedingungen nicht erfüllen, sind nicht konform und dürfen in der EU nicht in Verkehr gebracht werden

Viele Unfälle wären vermeidbar, wenn man sichere Maschinen mit ausreichenden
Sichtverhältnissen auf den Markt bringen würde, wie vom Gesetzgeber verlangt. Dies ist nicht der Fall und die Behörden kommen ihrer Verantwortung nicht nach dies ausreichend zu
überwachen. Seit nunmehr 17 Jahren verlangt die Maschinenrichtlinie, dass wenn der Fahrer
keine ausreichende Sicht hat, technische Maßnahmen  (T-O-P Prinzip) zur Sichtverbesserung angebaut werden müssen. Nur dann darf der Hersteller das CE Zeichen anbringen. Es ist unberechtigt auf fast jeder Maschine angebracht. Eine unzureichende Produktüberwachung lässt sehenden Auges zu, wie hier Menschen auf grausamste Weise von unsicheren Maschinen zermalmt werden. 

 

Für das Inverkehrbringen von Maschinen in Europa sind die Anforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zu erfüllen.

 

Zur Maschinenrichtlinie gibt es eine Webseite, http://www.maschinenrichtlinie.de/home/
von Dipl.-Ing. Hans J. Ostermann auf der alles bis ins Detail beschrieben ist.

 Zu diesen Anforderungen gehört die Durchführung einer konstruktionsprozessbegleitenden Risikobeurteilung: „Der Hersteller einer Maschine (…) hat dafür zu sorgen, dass eine Risikobeurteilung vorgenommen wird, um die für die Maschine geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu ermitteln. Die Maschine muss dann unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikobeurteilung konstruiert und gebaut werden.“  

Die Risikobeurteilung wird in der Maschinenrichtlinie im Anhang I  schon bei der Konstruktion gefordert hat die wichtige Funktion, das sichere Maschinen in Verkehr gebracht werden. Viele Hersteller machen sie nicht und halten sich an Normen. Das heißt, eine neue Maschine ohne Risikobeurteilung entspricht nicht der Maschinenrichtlinie und darf kein CE Zeichen führen. Sind Normen veraltet und nicht mehr Stand der Technik kommt es zu gefährlichen Defiziten, die dann der Betreiber im Rahmen seiner Gefärdungsbeurteilung erkennen und abstellen muss. Diese Gefährdungsbeurteilung macht er aber in der Regel gar nicht, weil er glaubt eine neue Maschine entspreche automatisch den aktuellen Vorschriften wie beispielsweise harmonisierte Normen Das ist jedoch falsch wie die Vergangenheit zeigt.Stand der Technik wird verlangt und wenn die Norm dem nicht entspricht, kann sich der Betreiber darauf nicht verlassen.

Wenn man auf einer Veranstaltung wie vom VDBUM in der in erster Lininie Hersteller und Kunden anspricht, sollte die BG Bau auch die Inhalte der Information dem Klientel anpassen.